Social freezing an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen - was bringt das?

Fortpflanzungszentrum

Sprecher:
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann

Social freezing - was bringt das?

Aufgrund von sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten vollzogenen sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen wird die Erfüllung des Kinderwunschs in immer spätere Lebensphasen verschoben. So betrug das durchschnittliche Alter von Frauen bei der Geburt des ersten Kinds in Deutschland Anfang der 90er Jahre ca. 25 Jahre, gut 20 Jahre später aber schon 30 Jahre. Ab dem Alter von 25 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit der Frau jedoch stetig ab. Im Gegensatz zu Spermien beim Mann werden Eizellen nach der Geburt nicht mehr neu gebildet, können sich also nicht regenerieren. Social freezing, durchgeführt in jungen Jahren, bietet die Chance, die Qualität der Eizellen und damit auch die Schwangerschaftschancen einer jüngeren Frau im höheren Alter zu erhalten. Somit kann Frauen die Chance eröffnet werden, unabhängiger und selbstbestimmter ihr Leben zu planen und Chancengleichheit mit Männern im Berufsleben zu erlangen. Ziel bei einer Social freezing-Behandlung ist die Gewinnung von 20-30 Eizellen zum Anlegen einer ausreichenden Fruchtbarkeitsreserve. Gegebenenfalls sind dafür wiederholte Behandlungen und Eizell-Punktionen notwendig.