Kryokonservierung

Fortpflanzungszentrum

Sprecher:
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann

Bei einer Kryokonservierung (vom griechischen „kryos“, Kälte) werden Körperzellen in flüssigem Stickstoff tiefgefroren. Der Stickstoff kühlt die Zellen je nach Methode bis zu minus 196°C herunter. Dabei sterben sie nicht ab, sondern stellen lediglich ihre Stoffwechselvorgänge ein. Mit dem Erwärmen kehren ihre Vitalfunktionen zurück.

In Deutschland können folgende Zellen bzw. kann folgendes Gewebeeingefroren werden:

  • befruchte Eizellen im Vorkernstadium
  • Embryonen
  • unbefruchtete Eizellen
  • Eierstockgewebe
  • Hodengewebe

Wann ist eine Kryokonservierung sinnvoll?

Die Kryokonservierung ist eine gängige Methode im Rahmen der Kinderwunschbehandlung – z. B. vor der Behandlung schwerer Erkrankungen, die zu Unfruchtbarkeit führen können oder bei Social Freezing. Hierbei können „überzählige“ befruchtete Eizellen tiefgefroren werden. Das hat den Vorteil, dass für den Embryotransfer eine hochdosierte Hormonstimulation, die Punktion der Eierstöcke und die Narkose vermieden werden können.

Damit die Erlanger Frauenklinik die Eizellen im gefrorenen Zustand im IVF-Labor lagern darf, ist sie verpflichtet, mit Ihnen einen Vertrag abzuschließen, den sogenannten „Vertrag Kryokonservierung und Lagerung von Eizellen im Vorkernstadium“. Sie können Ihre Eizellen jederzeit von uns anfordern bzw. den Vertrag kündigen. Die Lagerung erfolgt unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die Unverwechselbarkeit der Proben ist zu jeder Zeit gewährleistet.

Die Krankenkassen in Deutschland kommen in der Regel nicht für die Kosten einer Kryokonservierung auf – Ausnahme stellen Erkrankungen dar, bei denen es zu einer Keimzellschädigung kommen kann.

Kryotransfer

Als Kryotransfer wird die Übertragung einer eingefrorenen, befruchteten und dann weiter kultivierten Eizelle in die Gebärmutter bezeichnet. Unbefruchtete Eizellen, die eingefroren sind, werden nach dem Auftauen – durch eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) – befruchtet.

Beim Kryotransfer wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut durch Östrogene unterstütz, um diese optimal auf die Einnistung der Eizelle vorzubereiten. Die Dicke der Gebärmutterschleimhaut wird hierbei mittels Ultraschall gemessen. Ist sie dick genug, wird durch die Gabe des Gelbkörperhormons Progesteron ein Eisprung simuliert. Hierdurch verändert sich die Struktur der Schleimhaut und sie ist zur Aufnahme von Embryonen bereit. Alternativ kommt die hormonelle Stimulation mit Clomifen oder follikelstimulierenden Hormonen (FSH) zur Unterstützung der Follikelreifung vor dem Embryotransfer in Frage. Des Weiteren kann bei optimalen Zyklusverhältnissen der Kryotransfer ohne eine hormonelle Unterstützung durchgeführt werden.

Ein Kryotransfer muss in der Regel privat bezahlt werden.

 
Kontakt

Telefon: 09131 85-33524
Fax: 09131 85-33545
E-Mail: fk-uffatuk-erlangen.de