In-vitro-Fertilisation

Fortpflanzungszentrum

Sprecher:
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann

Bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF) werden Ei- und Samenzellen außerhalb des Körpers zur Befruchtung zusammengeführt. Hierzu werden der Frau befruchtungsfähige Eizellen entnommen und mit Samenzellen (des Partners oder aus einer Samenspende) in eine Nährlösung gegeben. Bei der IVF-Behandlung kommt es im Falle einer Befruchtung zum eigenständigen Eindringen der Spermien in die Eizellen – analog zu den Vorgängen im Körper bei einer herkömmlichen Befruchtung.

Üblicherweise reift in jedem Zyklus einer Frau nur eine befruchtungsfähige Eizelle heran. Ziel der Hormonstimulation ist das Heranreifen mehrerer befruchtungsfähiger Eizellen. Das Wachstum der Eibläschen, in denen jeweils eine Eizelle heranreift, wird mittels Ultraschalluntersuchung sowie der Messung der Hormonwerte im Blut kontrolliert. Das ermöglicht es, die Hormondosis gegebenenfalls anzupassen und den bestmöglichen Zeitpunkt für die Follikelpunktion zu wählen.

Bei der Follikelpunktion erfolgt in der Regel unter einer kurzen Vollnarkose eine ultraschallgesteuerte Punktion der Eibläschen durch die Scheide. Am Tag der Follikelpunktion gibt der Mann eine Samenprobe ab. Nach Zusammenführen der Samen- mit den Eizellen kann bereits am nächsten Tag unter dem Mikroskop beurteilt werden, wie viele Eizellen befruchtet wurden. Durchschnittlich liegt die Befruchtungsrate bei etwa 50 bis 70 Prozent, diese kann jedoch je nach individuellen Gegebenheiten variieren.

In den Tagen nach der Befruchtung der Eizelle kommt es durch natürlich ablaufende Zellteilungen zur Entstehung eines Embryos. Dieser kann beim sogenannten Embryonentransfer über einen dünnen biegsamen Katheter in die Gebärmutter der Frau transferiert werden.

Die Geburtenrate pro Embryonentransfer liegt laut dem Deutschen IVF-Register bei etwa 23,5 Prozent, ist jedoch abhängig von mehreren Einflussfaktoren wie zum Beispiel dem Alter der Frau.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion

Bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) wird im Gegensatz zur klassischen IVF-Behandlung das Sperma unter dem Mikroskop unter starker Vergrößerung mit einer sehr feinen Glasnadel direkt in die Eizelle eingebracht.

Diese Methode eignet sich deshalb insbesondere bei sehr eingeschränkter Spermaqualität oder sonstigen Begleitumständen, welche mit geringen Befruchtungsraten einhergehen.

Neben dem beschriebenen wesentlichen Unterschied des Spermientransports in die Eizelle ist die Vorbehandlung und der weitere Verlauf identisch mit dem zuvor beschriebenen IVF-Verfahren.

Die Chancen für eine Schwangerschaft durch eine ICSI-Behandlung liegen etwa im gleichen Bereich wie bei einer IVF-Behandlung.

 
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